#48

24.11.2021
Beginn: 20:00
Im Oktober noch eine Veranstaltung in der Kleinkunstbühne mit erfreulich zahlreich erschienenem, frenetisch in die Hände klatschendem Publikum, doch schon im November ein Ereignis im Internet.

← Termine

tempora mutantur, oder, wie der Literaturnobelpreisträger von 2016 diesen Sachverhalt ausdrückt: „The times, they are a-changin“. Im Oktober noch eine Veranstaltung in der Kleinkunstbühne mit erfreulich zahlreich erschienenem, frenetisch in die Hände klatschendem Publikum, doch schon im November ein Ereignis im Internet. Das ist nun etwas ganz Anderes, doch nichts gänzlich Neues. Die Älteren unter euch werden sich noch erinnern: Zuletzt fand die Zeitform im Mai online statt.

Mai, das ist die Zeit, da die Bäume blühen und die Vöglein tirilieren. Nun sind die Bäume kahl und die Vögel haben ihre Reisefreiheit genutzt. Doch am 24. November öffnet Hagen, der Meister der Geigenbaukunst, seinen Bauhof, wo eine Videokamera darauf wartet, eure Beiträge aufzunehmen. Wenige Tage später wird die November-Zeitform hier zu sehen sein. Man wird sich ihrer erfreuen können, wann man will und wo man will. So hat alles auch seine guten Seiten. Wir freuen uns auf zahlreiche Zuschauer, auch wenn wir sie nicht sehen können.

Dreieinhalb Minuten sollen die Beiträge lang sein, halb so lang wie auf der Bühne. Draußen vor Hagens Tür wird ein Feuer brennen und die Wartenden wärmen, und auch von Getränken wird gemunkelt. Wer noch mitmachen will, wird gebeten, das grüne Rechteck anzuklicken. Und wer dann nächstes Mal, am 26. Jänner, dabei sein will, darf das gerne auch bereits tun.

Unser Monatsbild entstand auf dem ägäischen Eiland Serifos. Strahlend weiße Häuser schmiegen sich dort an dürre Hänge. Ein französischer Pfeffermühlenhersteller hat ein Automobil gebaut. Auf krummen Wegen gelangte es auf die Insel und steht nun verlassen in der Landschaft. Die Einspritzpumpe ist noch vorhanden, doch sind die Tage, als sie so weiß wie die Häuser unter der Motorhaube hervorleuchtete, lange vergangen. Man steht davor und denkt: Das wird teuer in der Werkstatt. Aber eines Tages fährt die Karre wieder.

Der Fotograf möchte anonym bleiben, aber auf weitere Werke verweisen (Vorsicht, Katzenbilder!): https://chaos.social/@kernpanik/media.

Text: Florian Vernschach

linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram